Berufsbroschüre "Kaminfegerin / Kaminfeger"
Die Druckqualität wurde vom Herausgeber bewusst vermindert (Copyright). Die Bestelladresse für gedruckte Exemplare ist in der Broschüre vermerkt.

Film "Kaminfegerin / Kaminfeger"
Link zum Film des SKMV, welcher 2008 erstellt wurde.

Film "Das will ich werden: Kaminfegerin"
Link zum Film des Schweizer Fernsehens aus der Reihe mySchool.

Broschüre LKMV "Was für ein Glück, Kaminfeger zu sein!"
Text und Bilder nachfolgend:

Glück bringen und Glück haben

Der Kaminfeger gilt seit altersher als Glücksbringer, weil er durch seine Arbeit Hab und Gut vor Brandgefahr bewahrt.

Eine gute Portion Glück bietet dieser Beruf auch Dir, wenn Du Dich bei Deiner Berufswahl für eine Kaminfeger-Lehre entscheidest. Warum?

Als Kaminfeger bist Du eine geschätzte Persönlichkeit

Heute ist das anders als früher. Der vormals wegen seiner teilweise "staubigen" Arbeit oftmals verpönte Beruf des Kaminfegers hat in unserer modernen Gesellschaft die berechtigte Aufwertung erfahren. Denken wir nur an die Umweltbelastung, die unsere Leistungsgesellschaft - eingespannt in den Wachstumszwang unseres Wirtschaftssystems - verursacht. Hier trägst Du als Kaminfeger aus ökonomischer Sicht viel dazu bei, Energieverschwendung zu verhindern. Und aus ökologischer Sicht reduzieren Deine lufthygienischen Kontrollen die Schadstoff-Emissionen und sorgen für eine bessere Umweltqualität. Dies besonders durch Deine Möglichkeiten der direkten Einflussnahme auf die Grossfeuerungsanlagen von Industrie und Gewerbe. Auf diesen Beruf kannst Du stolz sein!

Und nicht zuletzt bist Du als Feuerungsfachmann in der Privatsphäre Deiner "Kundschaft" geschätzt, weil sich mit Deinem Beruf und damit mit Dir die Begriffe von wohliger Wärme und wohnlicher Behaglichkeit verbinden.

Ein allseitig geschätzter Beruf erhöht das Selbstwertgefühl, motiviert und steigert die Freude an der Arbeit. Deshalb wäre der Beruf des Kaminfegers vielleicht auch für Dich eine gute Berufswahl. Was meinst Du?

Bild: Unabhängig mobil - und überall gern gesehen

Überall ist der Kaminfeger "daheim". In der Stadt, in der Agglomeration, in Industrie- und Gewerbezonen, bis weit hinaus auf dem Land geht er seiner Arbeit nach - einer interessanten, abwechslungsreichen und verantwortungsvollen Arbeit. Ihren Ablauf gestaltet er weitgehend in eigener Regie. Unabhängig mobil, alle nötigen Werkzeuge und Geräte in seinem Wagen mit sich führend, geniesst der Kaminfeger in der Berufsausübung einen grossen persönlichen Freiraum.

Was gehört denn so alles zu den Arbeiten des Kaminfegers?


Bild: Der Kamin muss "ziehen"

Und damit dies gewährleistet ist, sind periodische Reinigungen der Rauchgasabzüge von Russablagerungen nötig. Dadurch fliesst den Feuerungsanlagen wieder genügend Verbrennungsluft zur optimalen Brennstoffnutzung zu, und gefährliche Kaminbrände durch Entzündung der Russrückstände werden vermieden.
Das ist die urtümlichste Arbeit des Kaminfegers, durch die sein Beruf den Namen erhielt. Heute wäre ein anderer Name zutreffender: Feuerungsspezialist.

Bild: Auch das "Innenleben" der Kochherde braucht Pflege

Russablagerungen im Brennraum und in den Rauchzügen reduzieren die Wärmeleistung beim Kochen - und bei kombinierten Koch-Heizungsanlagen die Wärmeübertragung in die angeschlossenen Räume.

Hier schafft die Reinigung mit Spezialgeräten Abhilfe und macht dem Kochherd wieder Dampf.

Wenn der Kachelofen keine Wärme mehr speichert

Kachelöfen sind indirekt beheizte Wärmequellen, welche gespeicherte Wärme über Stunden hinweg abgeben. Sie stellen ein stilvolles und "gewichtiges" Stück der Innenraumgestaltung dar.

Sinkt die Speicherkapazität ab, müssen die Rauchzüge vom Russ befreit werden, sorgfältig und mit Gefühl, ohne Spuren im Wohnbereich zu hinterlassen.

Auch als Kunden-Berater spielt der Kaminfeger eine wichtige Rolle.

Bild: Das "moderne Lagerfeuer" muss von Zeit zu Zeit besonders gepflegt werden

Das Cheminée ist eine Übergangsheizung - oftmals mit Warmluftumwälzung - welches durch sein offenes Feuer eine besondere Raumatmosphäre schafft.

Da ein Cheminée mit Holz beheizt wird, muss hier immer wieder speziell Russ entfernt werden, der sich im Rauchfang absetzt.

Bild: Immer noch im Dienst: Das altehrwürdige Ofenrohr

Beim Ofen - der eine Wärmequelle für kleinere Räume darstellt - werden die Rauchgase durch das Ofenrohr direkt in den Kamin geführt. Von Zeit zu Zeit müssen der Ofen und das Rohr gründlich gereinigt werden, damit der Ofen wieder seine volle Leistung entfalten kann.

Bild: Ein zentraler Punkt für den Kaminfeger: Die Zentralheizung

Der vorwiegend mit Heizöl betriebene Heizkessel beheizt das ganze Haus und sorgt gleichzeitig für die Warmwasser-Aufbereitung. Also steht die Zentralheizung mehr oder weniger das ganze Jahr im Einsatz.

Die Ölverbrennung verursacht Schwefelrückstände. Sie verschmutzen die rauchführenden Abgaszüge, verursachen unerwünschte Isolationswirkung und reduzieren den Wirkungsgrad der Heizung.

In diesem Falle werden alkalische Lösungsmittel eingesetzt. Sie lösen die Schwefelrückstände auf, machen die Abgaszüge wieder frei und der Heizkessel "sendet" wieder in alter Frische seine Wärme durchs Haus. Regelmässige Wartungen verlängern die Lebensdauer einer Heizungsanlage.

Industrie und Gewerbe brauchen viel Energie

Aber auch Schulhäuser, Spitäler, Heime, Mehrzweckhallen usw. haben einen grossen Bedarf an Wärme und aufbereitetem Warmwasser. Diesen Bedarf decken Heizungs-Grossanlagen wie
z. B. eine moderne Holzschnitzel-Heizung ab. Holz ist ein einheimischer Brennstoff, der sich immer wieder erneuert.

Bild: Hier darf man nicht "schwindeln"

Um die mächtigen Farbrikschornsteine innen vom Russ zu befreien, muss man absolut schwindelfrei sein. Bei solchen und ähnlichen Arbeiten, bei denen die Staub-Einwirkung unvermeidlich ist, bietet eine Maske den nötigen Schutz.

Bild: Wer sagt denn, dass ein Kaminfeger nur mit staubigen Arbeiten zu tun hat?

Zu den Aufgaben des Kaminfegers kann auch die Kontrolle und die Überprüfung von Feuerungsanlagen gehören. Denn nur eine saubere, gut funktionierende Anlage kommt mit einem Minimalverbrauch an Brennstoff aus und hilft mit, die Luftverschmutzung gering zu halten. Und darauf kommt es heute an.

Kontrollen und Überprüfungen werden mit elektronischen Messgeräten durchgeführt.

Die Daten werden gespeichert und auf dem Bildschirm ausgewertet. Ein Kaminfeger muss sich also auch mit moderner Elektronik befassen und mit einem Personal-Computer umgehen können.

Auch beim Bau baut man auf den Kaminfeger!

Bei Neubauten schätzt man die feuerungstechnische Beratung des Kaminfegers. Doch noch weitaus wichtiger ist seine kompetente Rolle als Kontrollorgan. Er sorgt dafür, dass alle einschlägigen kantonalen Feuer- und Brandschutzvorschriften angewandt resp. eingehalten werden. Eine verantwortungsvolle Tätigkeit, die dem Schutz von Menschen, Gebäuden und wertvollem Gut dient.

Diese Aufgabe setzt einerseits eine klare Kenntnis der gesetzlichen Bestimmungen und andererseits eine umfassende Baumaterial-Kunde voraus.

Ein eminent wichtiges Aufgabengebiet, das mit dem alten Berufs-Image vom "schwarzen Mann" wirklich nichts mehr gemeinsam hat.

Wie gestaltet sich Deine Ausbildung zum Kaminfeger?

Deine Lehrzeit dauert drei Jahre. Jede Woche wird Dir ein Tag theoretischer Unterricht an der Berufsschule geboten. Dazu gibt es jedes Jahr einen einwöchigen Einführungskurs (EK). Die EKs sind ein wichtiger Bestandteil Deiner theoretischen Ausbildung. Sie finden in den Schulungsräumen des verbands-eigenen Hauses statt. Bild: Blick in diese Ausbildungsstätte. Hier lernst Du alle Werkzeuge kennen, die Verschiedenheiten der Heizungsarten und erhältst genaue Instruktionen von einem erfahrenen Ausbildungsfachmann. Im zweiten und dritten EK wirst Du mit allen laufenden Neuerungen vertraut gemacht. Nach bestandener praktischer und theoretischer Prüfung bist Du Kaminfeger-Geselle. Jetzt kannst Du Deinen Tagesablauf nach Absprache mit Deinem Meister weitgehend selbst bestimmen.

Willst Du Karriere machen?

Als Kaminfeger-Geselle hast Du gute Aufstiegsmöglichkeiten. Nach fünf Jahren praktischer Tätigkeit und nach Absolvierung von Spezialkursen kannst Du in die Meisterprüfung einsteigen. Als Meister bist Du berechtigt, Dich beim Freiwerden eines Kaminfegermeisterreviers oder -kreises für dessen Übernahme zu bewerben. Als Meister darfst Du auch Lehrlinge ausbilden.

Noch ein anderer Aufstieg steht Dir offen. Durch spezielle Fachkurse kannst Du Dich zum Feuerungskontrolleur oder Feuerungsfachmann mit eidg. Ausweis ausbilden lassen.

Bist Du für den Beruf des Kaminfegers geeignet?


Es gibt keine feststehende Bildungsvoraussetzung, um eine Lehre als Kaminfeger anzutreten. Du solltest jedoch einen guten Schulabschluss (Real- oder Sekundarschule) haben, damit Du der theoretischen Ausbildung, die einen hohen Stellenwert hat, gut folgen kannst. Der Lernprozess schreitet ständig voran und das benötigte Fachwissen steigert sich in diesem Beruf fortlaufend.

In physischer Hinsicht ist eine stabile Gesundheit wichtig. Du solltest frei von Allergien (Haut- und Atmungswege) sowie schwindelfrei sein.

Weiterhin sind ein praktisches technisches Verständnis und Sorgfaltspflicht in der Arbeitsausübung - wie Du Dir das gewiss vorstellen kannst - selbstverständliche Voraussetzungen für diesen verantwortungsvollen Beruf.

Je länger je mehr wählen auch Mädchen diesen interessanten Beruf.

Eine Schnupperlehre steht Dir jederzeit frei und selbstverständlich auch ein unverbindliches Gespräch mit dem Kaminfegermeister Deiner Region. Nimm die Gelegenheit wahr!